Im Habichtswald sind die Sioux los

Abenteuer am Lagerfeuer und weiter davon entfernt erlebten Kinder und Jugendliche bei einer Indianerfreizeit, die die evangelische Kirchengemeinde Jungfernkopf im Rahmen der Ferienspiele durchführte. Am Donnerstag, dem 31.07.2014, wanderten schlußendlich 15 Kinder und Jugendliche, die von 6 Erwachsenen und zwei Jungendlichen begleitet und betreut wurden Richtung Habichtswald. Beim „tegut“ am Hirtenkamp im Stadtteil Jungfernkopf wurde der erste Stopp eingelegt und sich bei Personal und Leitung recht herzlich für die reichhaltige und gesunde Lebensmittelspende bedankt. So war das Überleben in den Jagdgründen des Habichtswaldes für die nächsten Tage sichergestellt. Keiner brauchte hungern, dürsten oder darben – und wir konnten ohne Kummer und Sorgen um das tägliche Brot bei unserem Wigwam in den Wäldern des Habichtswaldes unbeschwert leben.

Am Donnerstag wurden Namenschilder, Stirnbänder mit Federschmuck und Trommeln gebastelt, sowie Schießübungen mit Pfeil- und Bogen auf Strohballen durchgeführt. Am Freitag wurde um 05.00 Uhr aufgestanden, um den Sonnenaufgang im Osten vom Kasseler Becken um 05.45 Uhr zu beobachten. Plötzlich roch es nach künstlichem Feuer, entfacht vom Weißen Mann (Vieleicht waren es auch Männer, bzw. Frauen). Es quoll Qualm aus dem oberen Teil des Oktogon, auf dem die Vorfahren der heutigen Weißen Männer rund um Kassel einen Riesen namens „Herkules“ vor 300 Jahren errichteten, zu der Zeit, an dem Verwandte der Weißen Männer in unseren Prärien in Nordamerika unsere Büffelherden erschossen, um uns die Lebensgrundlage zu nehmen und Platz für ihre Rinderherden und Getreidefelder zu bekommen.

Am Freitagmorgen zeigte uns der Häuptling der “Hessen Jäger“ Herbert Bachmann und drei anderer seiner „grünen Krieger“ die Tier- und Pflanzenschätze der heimatlichen Jagdgründe  unserem Stamm der Sioux. Wir waren uns darin einige , dass es wichtig ist die uns von Manitou anvertraute Schöpfung zu bewahren und zu hegen und zu pflegen. Nachmittags wurde ein Schatz am Silbersee gesucht und gefunden, der Dank der Spenden der Buchhandlung Vaternahm, der Firma Benderoth und dem Herkules-Markt gut gefüllt war.

Am Freitagabend waren die Angehörigen der Kinder der Indianerfreizeit zum großen Powwow am Langerfeuer eingeladen. Es wurde ausgelassen getanzt, gesungen, gespielt, gegessen, getrunken und dank unserer Jungfernköpfer Geschichtenerzählerin "Silva Waldfee" (Sylvia Ehrhoff-Bering) auch spannende Geschichten erzählt und bei deren Mitmachtheater für Jung- und Alt wurden kurzerhand auch alle Besucher zu Indianern.

Am Samstagmorgen bewegte sich unser Stamm bergan Richtung Süden zum „Großen Häuptling und Krieger der Kasseler –  Herkules“, der nicht mit Pfeil und Bogen, aber mit einer Keule  bewaffnet ist.

Von dort aus ging es in die Niederungen zum großen Haus der Weißen Männer. Es wurde uns im sogenannten „Schloss Wilhelmshöhe“ berichtet, dass der größte Schatz dort 100 Millionen Euro wert sei: Ein Bild eines großen niederländisches Malers Namens Rembrandt „Jakobs Segen“. Auf dem Bild ist zu sehen, wie der Enkel von Abraham, der Sohn von Isaak – nämlich der sterbende Jakob – im Beisein seines Sohns Josef  „der große Träumer“ seinen Enkel Ephraim segnet.

Vor dem „großen Haus mit den steinernen Baumstämmen“ wurden die Kinder von Ihren Eltern abgeholt und die Indianerfreizeit endete mit einem Familiengottesdienst am Sonntag und einem gemeinsamen Mittagessen am Tag des Herrn.

Ein besonderer Dank gilt der Familie Alexander Bering und Sylvia Ehrhoff-Bering ohne die die Freizeit so nicht möglich gewesen wäre. Aber auch allen anderen Betreuern (allen voran Karl-Heinz Klatte, Chiron Ehrhoff und Aaron Ehrhoff) an dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön.

Pfarrer Arno Wilke

 

 
Foto: privat
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